Rund um Schule - FriedeNOW
Schülermediation in der FGS
Quelle: pixabay
So könnte es gewesen sein:
Amy: „Gib mir sofort meine Federtasche zurück!“
Emil: „Nö, das ist jetzt meine!“
Amy: „Gib sie mir, oder ich sag es gleich, wenn die Pause zu Ende ist, Frau Altenbach!“
Emil: „Mach doch! Ist mir doch egal.“
Amy: „Okay, wenn du es willst!“
Schülermediatorinnen: „Habt ihr Streit?“
Amy & Emil: „Wer seid ihr“
Schülermediatorinnen: „Wir sind euere Schülermediatorinnen! Wir heißen Emma und Sophie, wir sind keine Schiedsrichterinnen, wir bestimmen nicht, wer den Streit gewinnt. Möchtet ihr den Streit klären?
Amy: „Ja gerne!“
Emil: „Okay.“
Sophie: „Wer möchte anfangen?“
Amy: „Ich!“
Emil: „Okay.“
Emma: „Was ist passiert, Amy?“
Amy: „Emil hat mir meine Federtasche geklaut!“☹
Sophie: „Emil, wie kam es dazu, dass du Amys Federtasche geklaut hast?“
…

Quelle: pixbay
An der Grundstufe gibt es eine AG, in der man lernt Streite zu klären. Diese AG ist freiwillig, das heißt, dass es keine Pflicht ist. Die Schülermediator*innen treffen sich einmal in der Woche zum Üben. Nach etwa einem halben bis einem Jahr kann man eine Prüfung machen. Wenn man sie bestanden hat, ist man Schülermediator*in.
Wer leitet eigentlich die AG?
Falko (Erzieher der Fische-Klasse) und Theres (Schulsozialarbeiterin)
Was macht man bei der Ausbildung?
Am ersten Tag machen Theres & Falko eine Namensrunde und jeder sagt, was er oder sie gerne isst, macht und wie es ihm/ihr gerade geht. Schließlich bekommt man ein kleines Heft und Falko & Theres gehen das Heft zusammen mit euch durch. Daraufhin muss man das Heft auswendiglernen und am Ende vorstellen.
Wie kommen die Kinder zu uns?
Monatlich wird ein Plan erstellt. Wenn ich „Dienst“ habe, gehe ich zuerst in die Oase und bekomme eine grüne Weste. Dann gehe ich ganz normal in der Pause auf den Schulhof und kann machen, was ich will. Wenn ich Kinder sehe, die streiten, gehe ich hin und frage, was los ist.
Was mache ich bei einer Mediation?
Wenn die Schüler zu euch kommen, dann geht ihr zusammen mit den streitenden Schülern in den Klärungsraum in der Oase und fragt erstmal, was los ist. Im Anschluss wird ein bunter Teppich ausgerollt und die Schüler stellen sich darauf.
Was habe ich gelernt?
- Ich bin kein Schiedsrichter, ich bestimme nicht, wer den Streit gewinnt.
- Ich darf keine Streite mit Gewalt klären.
Mia (Elstern)
Wie lernt man an einer russischen Schule?



Denis und sein Bruder an der Schule №121 in Nizhniy Novgorod, Russland
Ich, als ein Kind, das zwei völlig unterschiedliche Schulsysteme selbst erlebt hat, kann mit Sicherheit sagen, dass sie so unterschiedlich sind, dass ein Vergleich sehr schwierig ist. Alles ist relativ. Alles hat Vor- und Nachteile, und wie Einstein sagte: „Gebt mir einen festen Punkt, und ich werde die Welt bewegen.“ Ebenso verhält es sich mit dem Bildungssystem – alles hängt davon ab, welches Hauptziel wir verfolgen wollen.
Und ich sage gleich: In beiden Systemen wollen Kinder nicht lernen. Weder in Russland noch in Deutschland. Dass Bildung jedoch verpflichtend ist, ist sehr gut. Manchmal werde ich auch die sowjetische Schule erwähnen, weil meine Eltern, wie alle Erwachsenen, manchmal sagen: „Früher, in unserer Zeit…“
Das Erste, was ins Auge fällt, ist der Unterschied im freien Verhalten innerhalb der Schule. Kinder in Russland sind in sehr enge Grenzen gedrängt. Das betrifft absolut alles – von der Schuluniform bis hin zur Erlaubnis, das Klassenzimmer zu betreten und sich an seinen Platz zu setzen. Zum Beispiel wurden einmal drei Schüler, einschließlich mir, vor der ganzen Klasse an die Tafel gestellt und zurechtgewiesen, weil wir bunte Hemden trugen. Kinder durften nur weiße Hemden tragen. Dasselbe gilt für den Unterrichtsprozess. So kann es beispielsweise vorkommen, dass einem Schüler auf die Bitte, zur Toilette zu gehen, ein Nein entgegnet wird. Als Ergebnis wurde eine völlig andere Menge an Unterrichtsstoff vermittelt.
In der deutschen Schule hingegen gibt es einen anderen Ansatz und deshalb ist der Stresslevel der Schüler hier nicht so hoch. Ja, in der deutschen Schule wird nicht so viel Material und Hausaufgaben ausgeteilt, aber der Schüler entwickelt Verantwortung für das, was er tut, anstatt einfach nur Befehle auszuführen.
Es lohnt sich auch, das Notensystem von Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Schulsystemen zu erwähnen. In Deutschland reichen die Noten von 1 bis 6, wobei 1 die beste Note ist. In Russland ist es genau umgekehrt. Die Noten reichen von 1 bis 5, wobei 1 die schlechteste Note ist. Eine sehr gute Note in einer russischen Schule zu bekommen, hängt oft von mehreren kombinierten Faktoren ab. Solche Faktoren kann es viele geben, einschließlich der Frage, ob die Schülerin oder der Schüler freiwillige Unterrichtsstunden besucht.
In der russischen Schule konnte man zusätzliche Fächer wählen, allerdings durfte man nur eines auswählen – und dessen Besuch war dann verpflichtend.
Zurück zu den Noten: In Russland gibt es keine Bewertung für Teamarbeit und Teamarbeit im Allgemeinen existiert dort nicht. Die Note wird für jede Antwort und jede Arbeit einzeln vergeben. Man konnte jederzeit drangenommen werden, auch wenn man sich nicht meldete. Der Versuch, den Kopf einzuziehen und sich hinter dem Schüler davor zu verstecken, half manchmal, aber nicht immer.
Lehrkräfte nahmen oft eigene Anpassungen im Unterrichtsprogramm vor. In Mathematik galt eine richtig gelöste Aufgabe nicht als richtig, wenn die Lehrkraft der Meinung war, dass am Ende der Rechnung ein Punkt stehen muss, und der Schüler ihn nicht gesetzt hatte.
In Deutschland hingegen ist das Notensystem flexibler und stärker auf das konzentriert, was in der Schulprogramm tatsächlich vermittelt wird. In der deutschen Schule ist die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern freier und informeller als in Russland. Das gefällt mir, und es fördert die Lernbereitschaft und wird wahrscheinlich auch zur Sozialisierung der jungen Generation beitragen.
Ein interessanter, charakteristischer Punkt, der den Ansatz des Lernens zeigt, ist, wie viele Seiten ein Schüler im Durchschnitt pro Jahr laut Lehrplan liest. In Russland sind es mindestens 3000 Seiten pro Jahr, und die gesamte Literatur ist nach dem staatlichen Lehrplan verpflichtend zu lesen. In Deutschland hingegen bekamen wir in diesem Jahr eine vereinfachte Ausgabe von „Romeo und Julia“ und wir planen, Anfang 2026 ein weiteres Buch nach eigener Wahl zu lesen, was erneut die Freiheit der Wahl und die Möglichkeit, eigene Gedanken auszudrücken, zeigt.
Wenn man jedoch den Geschichten der Eltern über die sowjetische Schule lauscht, dann ist es noch extremer: Damals bekam man nicht nur eine Pflichtliste von Büchern, die gerade für den Staat nützlich waren, sondern nach dem Lesen dieser Bücher musste man die Gedanken in Abschlussarbeiten genauso darstellen, wie sie den Schüler „eingeprägt“ wurden.
Das, was mir in der russischen Schule am meisten gefallen hat, waren die dreimonatigen Sommerferien. Zwar sollte man in diesen Ferien ungefähr 20 Bücher lesen, aber das lassen wir lieber beiseite, denn die meisten haben es ohnehin nicht gemacht. In Deutschland gibt es bekanntermaßen nur sechs Wochen.
Ich füge einen interessanten Fakt über meine Eltern hinzu. Beim Besuch verschiedener Schulen und sogar in verschiedenen Städten unterschieden sich die Mathematiklehrer im Verhalten kaum. Sie „prügelten“ das Wissen mit einem Zeigestock in die Köpfe der Schüler (ein Zeigestock ist ein Holz- oder Kunststoffstab, mit dem Lehrer auf etwas an der Tafel zeigen, anstatt mit dem Finger zu zeigen). Sie taten dies so eifrig, dass der Zeigestock manchmal versehentlich an den Köpfen der Schüler zerbrach. So paradox es klingt – meine Eltern haben Mathematik trotzdem hervorragend gemeistert. Heute sagt meine Mutter immer zu meinem Bruder und mir, dass Mathematik das einfachste Schulfach sei, das es nur geben kann.
Ich fasse zusammen: Mir gefällt es, in der deutschen Schule zu lernen. Die fehlenden 3000 Seiten werden mir durch moderne Technologien mehr als ausgeglichen. Also, wie man so schön sagt: Wer lernen will, wird Wissen erlangen.
Denis (III.1)
Laternenfest der FGS
Quelle: pixabay
Am 11.11.25 fand an der Friedenauer Gemeinschaftsschule das Laternenfest statt. Nach dem Unterricht waren viele Schüler*innen der FGS auf dem Schulhof der Grundstufe versammelt, um am Laternenumzug teilzunehmen. Es gab ein paar Stände, unter anderem einen, an dem Waffeln und Punsch verkauft wurden. Der Förderverein der FGS hatte auch einen Stand, an dem sie Kalender und Postkarten verkauft haben. Ein Lagerfeuer gab es auch. Die Bläsergruppe spielte Lieder, für gute die Stimmung.
Gegen 18.00 Uhr sah man eine singende Karawane sowie Laternen hin – und her schwingende Schüler*innen und Eltern um die Häuser ziehen. Als sie an der Nahthael-Kirche angekommen waren, sangen alle mit, z.B. Sankt Martin.
Es war sehr schön, weil ziemlich viele Menschen zusammen waren, gesungen haben und überall Laternen und Lichter waren. Es war nur ein bisschen kalt.
Von Mira (Elstern)
